Schulterschmerzen durch Boxen?

Liebe Boxfreunde!

In den letzten Monaten gab es ein paar Fälle von Schulterproblemen, meist bei unseren Sportlern mittleren Alters. Aber auch viele der jungen Boxer zeigen bereits Haltungsveränderungen in Form protrahierter (nach vorne unten gezogener) Schultern. Auch wenn sie jetzt noch symptomfrei sind, kann diese Haltungsänderung im Laufe der Jahre zu Schulterschmerzen und degenerativen Veränderungen im Bereich des Schultergelenks führen. Ist das eine „Boxerkrankheit“, mit der Liebhaber dieses Sports einfach leben müssen? Oder lassen sich solche Schädigungen vermeiden bzw. – wenn sie bereits da sind – beheben?

Die gute Nachricht: Nein, man muss das nicht hinnehmen. Ja, man kann etwas tun! Auch wenn man bereits Schmerzen hat, ist es nicht zu spät.

Boxer sind häufig vom sog. sekundären Impingement betroffen, weil sie die Druckmuskulatur des Oberkörpers (vornehmlich M. pectoralis major und minor, M. deltoidus pars clavicularis) besonders stark beanspruchen und die Zugmuskulatur (M. serratus, Mm. Rhomboidei) oft vernachlässigen bzw. nicht in gleichem Maße trainieren. Das heißt im Klartext: Zu viele Schläge, Medizinballstöße, Liegestütze und im Verhältnis dazu zu wenige Klimmzüge, Ruderzüge, Rückenübungen. Das optimale Verhältnis dieser Übungen zueinander sollte 1:1 betragen. Das ist natürlich im Boxsport ganz schwer umzusetzen und erfordert aufgrund der Knappheit der Trainingszeiten evtl. zusätzliches Üben zu Hause.

Ein weiterer wichtiger Baustein für Boxer ist die Lockerung der verkürzten Muskeln der Körpervorderseite (Brustmuskulatur) durch Massagen (z.B. Selbstmassage mit dem Igelball) und Dehnübungen.

Ein gutes Video zu diesem Thema mit passenden Übungen findet Ihr hier:

 

Ein umfangreiches Skript mit Informationen und Trainingsempfehlungen zur Schulterstabilisation schicke ich Euch auf Anfrage gern per E-Mail zu. Ihr erreicht mich über die bekannte E-Mail-Adresse oder über das hiesige Kontaktformular.

Mitgliederversammlung wählte neuen Vorstand

Am 20.10.2017 fand in der Turnhalle der Grundschule die ordentliche Mitgliederversammlung der Weißenthurmer Box-Union statt.

Zunächst gab es ausführliche Berichte über die Arbeit des Vorstandes im vergangenen Jahr. So berichtete der erste Vorsitzende u.a. von Neuigkeiten aus der Versammlung des Landesverbandes und aus Aktivitäten des Vereins in Zusammenarbeit mit der Stadt und den anderen Weißenthurmer Vereinen. Der Geschäftsführer beleuchtete die finanzielle Situation der Box-Union, auch im Hinblick auf die letzte Boxgala in Weißenthurm, die man – auch mit Hilfe der zahlreichen Sponsoren – kostendeckend gestaltet hatte. Aus dem Verantwortungsbereich des Sportwartes erfuhren die Anwesenden, welche Wettkämpfe man besucht hatte, wie sich die einzelnen Wettkämpfer im vergangenen Jahr entwickelt haben und welche konkreten Pläne zum Aufbau der Athleten es derzeit gibt. Die Frauenwartin berichtete vom erfolgreichen Frauenlehrgang und von den regelmäßigen Sparringstreffen, die auch überregional großen Anklang finden. Der Bericht des Jugendwarts entfiel leider, da selbiger nicht anwesend war.

Foto (v.l.n.r.): Serge Wunder (Geschäftsführer), Natalie Jonas (Frauenwartin), Matthias Lohner (Jugendwart), Christina Nickenig (Frauenwartin), Florian Nickenig (1. Vorsitzender), Martin Friedrich (2. Vorsitzender)

Foto (v.l.n.r.): Serge Wunder (Geschäftsführer), Natalie Jonas (Frauenwartin), Matthias Lohner (Jugendwart), Christina Nickenig (Sportwartin), Florian Nickenig (1. Vorsitzender), Martin Friedrich (2. Vorsitzender)

Im Anschluss an diese Darlegungen wurde ein neuer Vorstand gewählt.

Erster Vorsitzender wurde erneut Florian Nickenig, der den Verein bereits seit 2015 führt. Unterstützt wird er vom alten und neuen zweiten Vorsitzenden Martin Friedrich. Geschäftsführer wurde erneut Serge Wunder, der dieses Amt ebenfalls seit vielen Jahren bekleidet. Doch es gab auch Neuerungen: Zur Sportwartin wurde die ehemalige Frauenwartin Christina Nickenig gewählt, die in den letzten zwei Jahren bereits zunehmend die Aufgaben in diesem Bereich übernommen hatte. Neue Frauenwartin wurde Natalie Jonas, die bislang als Kassenprüferin aktiv gewesen war. Zum Jugendwart wurde Matthias Lohner gewählt, der als Wettkämpfer für die Box-Union aktiv ist und zum ersten Mal „Vorstandsluft“ schnuppern wird.

Im Anschluss an die Wahl wurden dankte der Versammlungsleiter Christian Nickenig dem scheidenden Vorstand für die geleistete Arbeit und beglückwünschte die neuen Vorstandsmitglieder. Anschließend wurden die Mitglieder über die Planungen für das kommende Jahr informiert. So wurde berichtet, dass die nächste Boxgala in Weißenthurm am 17.03.2018 stattfinden wird. Die Vorbereitungen hierfür haben bereits begonnen. Außerdem wird in der kommenden Woche erneut ein Anfängerkurs starten und die Mitglieder wurden darüber informiert, dass Interessenten ohne boxerische Vorkenntnisse aus organisatorischen Gründen künftig ausschließlich über die Anfängerkurse Zugang zum Vereinstraining erhalten. Die Vorteile dieses Modells wurden kurz erläutert. Es entstanden dann lebhafte Diskussionen zu verschiedenen Themen und die Mitglieder erhielten Antworten auf all ihre Fragen. Auch neue Ideen wurden hinreichend diskutiert.

Mit dem Dank des alten und neuen ersten Vorsitzenden für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit im Verein endete die Mitgliederversammlung.

Furioser Sieg bei der Dortmunder Stadtmeisterschaft

Ohne Worte - dieses Bild spricht für sich

Ohne Worte – dieses Bild spricht für sich

Endlich gibt es wieder zählbares zu berichten: Nach langer Durststrecke und einigem Verletzungspech gab es vergangenen Samstag für die Weißenthurmer Faustkämpfer einen Sieg bei der Dortmunder Stadtmeisterschaft zu verzeichnen.

Weltergewichtler und Publikumsliebling Matthias Lohner trat gegen Mustafa Kurt vom BC Deusen DAM an, jenem Dortmunder Boxclub, in dem auch die 5-fache Boxweltmeisterin Christina Hammer trainiert. Demnach rechnete man mit einer schweren Aufgabe, absolvierte eine konzentrierte Vorbereitung und war auf fast alles gefasst. Nicht aber darauf, dass der vorige Kampf und die anschließende Pause überraschend ausfielen. Matthias hatte sich gerade umgezogen, als plötzlich Hektik aufkam und er zum Ring gerufen wurde. Auf dem Weg dorthin konnte er sich gerade noch die Handschuhe überstreifen und schon ging es los.

So diente die erste Runde auch dem Aufwärmen. Matthias zeigte sich fokussiert und setzte bereits zu Beginn klare Akzente. Hatte er sich sonst

Klarer Punktsieg für Matthias

Klarer Punktsieg für Matthias

immer viel Zeit gelassen, um seinen Gegner auszugucken, so ging er jetzt gleich nach dem Gong auf seinen Kontrahenten los. Dieser hatte sich aufgrund des überstürzten Kampfbeginns im Vorteil geglaubt und wusste nun gar nicht recht, wie ihm geschah, als Matthias‘ ungestüme Schläge auf ihn einprasselten.

In der zweiten Runde konnte der Weißenthurmer sich noch weiter steigern und feuerte ganze Salven auf den meist hilflos wirkenden Dortmunder ab. Dieser wackelte mehrere Male, zeigte jedoch unglaubliche Nehmerqualitäten und blieb standhaft.

In der dritten Runde ließ Matthias es zwar wieder etwas ruhiger angehen, dominierte aber auch hier glasklar. Die Entscheidung des Kampfgerichts wurde so zur reinen Formsache, denn an Matthias Sieg konnte es keine Zweifel geben.

Dreamteam - Serge und Matthias hatten sichtlich Spaß

Zwei Honigkuchenpferde – Serge und Matthias hatten sichtlich Spaß

So zeigten sich Boxer und Trainer nach dem Kampf höchst zufrieden. „Matthias war immer viel zu verkopft, hat viel zu viel nachgedacht und konnte sein Können dann im Ring nicht abrufen. Heute blieb aufgrund der hektischen Situation der Kopf aus, er hat einfach nur Spaß gehabt im Ring. Endlich konnte man auch im Wettkampf mal den starken Matthias sehen, wie wir ihn aus dem Sparring kennen“, so sein Trainer Serge Wunder.

Matthias' Medaille - wir gratulieren dem Dortmunder Stadtmeister!

Matthias‘ Medaille – wir gratulieren dem Dortmunder Stadtmeister!

Dieser Kampf machte Lust auf mehr. Und mehr von Matthias‘ Kampfkunst gibt es am 04. November in Koblenz zu sehen. Dann nämlich richtet der BR Westerwald eine Boxveranstaltung im Fitnessclub FFC 56 in Koblenz aus. Nähere Infos dazu findet Ihr in der Rubrik „Veranstaltungen“.

Hitziges Gefecht vor rustikaler Kulisse

Matthias' "größte" Fans

Matthias‘ „größte“ Fans

Endlich hat die Herbstsaison für die Faustkämpfer der Box-Union begonnen! Einige Boxer haben aktuell mit Erkrankungen und nicht ganz ausgeheilten Verletzungen zu kämpfen und konnten daher beim Turnier in Mülheim an der Ruhr noch nicht teilnehmen. So sollte der Weltergewichtler Matthias Lohner der einzige Weißenthurmer sein, der vor der urigen Szenerie der alten Dreherei den ersten Fight dieses Herbstes bestreiten sollte. Matthias brannte darauf, nach der langen Sommerpause endlich wieder in den Ring zu steigen. Er traf auf Tofighzadeh Assad vom PSV Bochum.

 

Wenige Minuten vor dem Fight sind alle hoch konzentriert

Wenige Minuten vor dem Fight sind alle hoch konzentriert

Beide Kämpfer hatten großen Respekt, tasteten sich zu Beginn der Runde vorsichtig ab. Dann jedoch folgte ein Angriff dem nächsten, keiner wollte auch nur einen Millimeter zurückweichen. Auf jeden Angriff folgten wechselseitige Konter, und die aufgeheizte Stimmung in dem historischen Firmengebäude motivierte die beiden Athleten zusätzlich. Tofighzadeh suchte nun die Entscheidung durch geschickte taktische Maßnahmen. So tat er nach einem harten Treffer auf die Leber kurzerhand so, als habe er einen Tiefschlag bekommen. Der Ringrichter glaubte ihm. Nach einem Stolperer, der ihn auf den Ringboden beförderte, ließ er dann seinen angeblich schmerzenden Fuß etwas genauer vom Ringarzt untersuchen und nutzte die Zeit, wieder zu Atem zu kommen. Auch das eine taktische Maßnahme, wie er nach dem Kampf zugab.

So fiel die Entscheidung am Ende knapp für den ausgefuchsten Bochumer Boxer.

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Unser Matthias mit seinem Gegner Tofighzadeh Assad vom PSV Bochum

Beide Kombattanten zeigten im Anschluss wahre Größe, als Matthias seinem Gegner zum Sieg gratulierte und dieser zugab, dass er sich durch Matthias‘ starken Auftritt zu taktischen Maßnahmen genötigt sah. Beide zollten dem jeweils anderen große Anerkennung für seine Leistungen und man trennte sich schließlich freundschaftlich und nicht ohne ein gemeinsames Foto. Hier zeigte sich eine der Tugenden, die beim Boxen gelehrt werden: der Respekt!

Nächste Woche geht es für Matthias gleich weiter. Diesmal wird er in Dortmund in den Ring steigen und man darf sich erneut auf einen erstklassigen Fight des Weißenthurmers freuen.

Frauenpower: Boxerinnen trafen sich beim Sparringstag

Die Sportlerinnen vor dem Sparring (ein paar Nachzügler fehlen leider auf dem Foto)

Die Sportlerinnen vor dem Sparring (ein paar Nachzügler fehlen leider auf dem Foto)

Am Samstag, den 16.09. lud die Box-Union Weißenthurm Boxerinnen aus nah und fern zum Frauensparringstag ein. Nachdem es im Vorfeld krankheitsbedingt leider einige Ausfälle gab, reisten diesmal 12 Boxerinnen mit ihren Trainern an, um sich in Trainingskämpfen (sog. Sparring) mit anderen Boxerinnen zu messen. So trafen Athletinnen aus Düren, Alzey, Bonn, Montabaur, Wesseling und natürlich aus Weißenthurm im Ring aufeinander, um das im Training Gelernte im Sparring umzusetzen und neue Erfahrungen und Impulse zu erhalten.

Zunächst gab es ein gemeinsames Aufwärmtraining. Da die Verhältnisse zum Warmlaufen zu beengt waren, bot man ein Programm aus dynamischen funktionellen Übungen zur Musik. Die Boxerinnen waren zunächst etwas skeptisch, hatten aber dann sichtlich Spaß.

Anschließend ging es im Ring kräftig zur Sache. Die Sportlerinnen haben in ihren Heimatvereinen selten das Glück, geeignete Trainingspartnerinnen zu finden, da der Boxsport noch immer von Männern dominiert wird. So genossen sie nun die Auswahl und boxten immer wieder neue Gegnerinnen. Die mitgereisten Trainer unterstützten ihre Athletinnen nach Kräften und gaben wichtige Tipps, die sofort umgesetzt wurden. Hervorzuheben ist an dieser Stelle ein Neuzugang bei der Box-Union: Mara ist erst seit wenigen Wochen Boxerin. Trotz ihrer erst 9 Jahre ließ sie es sich nicht nehmen, sich ihrem ersten Sparringskampf zu stellen. „Technisch haben wir natürlich noch etwas Arbeit vor uns. Aber Mara hat Mut und Biss und arbeitet diszipliniert. Sie hat sich heute erstmalig in den Ring getraut und ihre Sache richtig gut gemacht. Wir hoffen, dass sie weiter mit so viel Elan dabei bleibt“, so ihre Trainerin.

Auch alle anderen Frauen wurden einfach nicht müde. Erst nach über zwei Stunden ging auch der letzte Sparringskampf zu Ende und die Sportlerinnen traten erschöpft, aber glücklich den Heimweg an.

„Wir haben ursprünglich mit mehr als doppelt so vielen  Sportlerinnen gerechnet, doch wurden viele von einer Krankheitswelle erwischt“, so die Frauenwartin der Box-Union, Christina Nickenig. „Allerdings hat es auch in kleinem Rahmen allen viel Spaß gemacht und es war so vielleicht sogar etwas intensiver. Für Pausen war ja gar keine Zeit!“

Gedankt sei an dieser Stelle den angereisten Boxerinnen und ihren Trainerinnen und Trainern, die z.T. eine weite Anreise auf sich genommen hatten und für die Fairness und Respekt mehr als nur Worte sind. Darüber hinaus gilt ein Dankeschön auch den freiwilligen Helfern Miriam, Natalie, Willi und Christian, die immer wieder dazu beitragen, dass das Frauensparring überhaupt stattfinden kann.

So hat man mit der heutigen Veranstaltung die Herbstsaison eingeläutet. Die Weißenthurmer Faustkämpfer sind bereit und freuen sich auf die anstehenden Turniere. Nähere Infos gibt es demnächst an dieser Stelle sowie im Internet unter www.boxunion.de.

Feuchtfröhliches Grillfest am Dalfter

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Ähnlich war die Aussicht am Dalfter…

Am vergangenen Samstag trafen sich die Weißenthurmer Boxer mit ihren Familien an der Grillhütte „Dalfter“ in Mülheim Kärlich. Mit dem jährlichen Grillfest möchten die Verantwortlichen der Box-Union den Familien der Sportler für ihre Unterstützung der Vereinsarbeit danken, ein gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen und den Zusammenhalt weiter stärken. Jeder brachte etwas Leckeres zu essen mit, wodurch ein ansprechendes internationales Büffet entstand. Die Getränke spendierte auch diesmal der Verein. Aufgrund des strömenden Regens, der leider den ganzen Abend nicht aufhören wollte, hatten leider einige Familien kurzfristig abgesagt. Dennoch grillten und klönten einige Unerschrockene bis tief in die Nacht und es wurde viel gescherzt und gelacht. Unterbrochen wurden die Gespräche allenfalls von den lärmenden Kindern, die beim Toben am Waldrand so manches Abenteuer erlebten. Mit Marshmallows am Feuer sorgte man schließlich für Ruhe.

Trotz des widrigen Wetters war es ein gemütlicher und lustiger Abend für Groß und Klein und man hofft auf eine trockene Wiederholung im nächsten Jahr.

Gedankt sei an dieser Stelle allen Familien, die zum Gelingen des Abends durch leckeres Essen und gute Laune beigetragen haben, den beiden Grillmeistern Yildiray und Serge, die bei dem kalten, nassen Wetter etwas Warmes auf die Teller gezaubert haben, sowie Miriam, Claudia und Natalie für die Hilfe bei der Vorbereitung und beim Aufräumen. Mädels, Ihr seid spitze!

Box-WM in Hamburg: Das Finale!

willi-1Am 02.09.2017 war es soweit: Die Finalkämpfe der WM 2017 wurden in der Sporthalle Hamburg ausgetragen. Da durften natürlich auch Vertreter der Box-Union nicht fehlen (leider nur unter den Zuschauern ;-)). Bereits tags zuvor bei den Halbfinalkämpfen bekam man einen ersten Eindruck, der leider nicht durchweg positiv ausfiel. Auf dem Weg zur Halle machte sich Verwunderung breit, denn nicht ein einziges Plakat wies auf die Großveranstaltung im Norden Hamburgs hin. Selbst der Eingang war nur auf Nachfrage zu finden, denn es gab keine Menschenschlangen, die darauf hingewiesen hätten. Die Beschilderung trug auch mehr zur Verwirrung bei und selbst das Personal am Eingang wusste nicht so genau, wer denn nun welchen Eingang benutzen sollte. Karten hätte man auch nicht im Vorfeld kaufen müssen, denn es gab noch genügend an der Abendkasse – und das bei 4200 vorhandenen Plätzen! Das ist einer Weltmeisterschaft ganz sicher nicht würdig und sehr schade für die Spitzenboxer aus aller Welt! Aber aufgrund der sehr sparsamen Berichterstattung in Fernsehen und Radio war das wohl nicht anders erwartbar.

Die Halbfinalkämpfe waren wirklich spannend und trotz der vielen freien Plätze herrschte ordentlich Stimmung in der Halle! Nicht alle Kampfrichterentscheidungen dieses Tages waren für Sehende nachvollziehbar, doch ging die Entscheidung gegen den letzten deutschen Athleten im Turnier, Abass Baraou, absolut in Ordnung. Sein Gegner, der Kubaner Roniel Iglesias, boxte mit viel Übersicht, tänzelte viele Attacken des deutschen Faustkämpfers aus und brachte seine Fäuste häufiger ins Ziel. Baraou gab alles und hielt durchaus mit, doch am Ende reichte es leider nicht für den Einzug ins Finale. Sehr schade für die deutschen Fans, die zum Teil von weit her angereist waren. Wir haben sogar Trainerkollegen aus Speyer und aus Mingolsheim getroffen.

Der Finaltag überraschte dann positiv: Endlich Andrang und Menschenmassen, die die Kämpfe als Zuschauer verfolgen wollten. Da waren zwei Eingänge zu wenig, lieber DBV! Eine Viertelstunde vor Beginn des ersten Kampfes stand ein Großteil der Zuschauer noch immer vor der Halle und wartete auf Einlass!

Die meisten Zuschauer schafften es dann aber doch noch, zum ersten Kampf in der Halle zu sein und gleich das erste Fehlurteil des Abends mitzuerleben. Im Superfliegengewicht standen sich Joahnys Argilagos aus Kuba und Hasanboy Dusmatov aus Usbekistan gegenüber. Für die Zuschauer eine ganz klare Sache: Der Kubaner versuchte sich, wie seine Mannschaftskollegen, in weitgehend deckungslosem Hampeln und Rumrennen, konnte aber den Attacken des flinken Usbeken oft nicht schnell genug ausweichen. Dieser boxte klüger und konzentrierter, ließ sich nicht provozieren und nutzte die Schwächen des Gegners gnadenlos aus. Eigentlich eine klare Sache. Das Urteil des Kampfgerichts war daher nicht nachvollziehbar und sorgte für laute Proteste der Zuschauer – nicht nur der usbekischen.

Pfiffe gab es an diesem Abend aber auch für AIBA-Chef Wu Ching-Kuo, über dessen Missmanagement der „Guardian“ berichtet hatte. Angeblich steht die AIBA vor der Pleite; die überwiegende Mehrheit der Mitglieder im Exekutivkomitee der Aiba wirft dem Verbandspräsidenten Wu vor, den Verband wirtschaftlich ruiniert zu haben. Wie dieser Machtkampf enden wird, wird man demnächst beim außerordentlichen AIBA-Kongress sehen. (Weitere Infos gibt es z.B. hier: http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/machtkampf-im-boxverband-aiba-um-praesident-wu-15124953.html). Die Fans hatten jedensfalls eine deutliche Meinung zu Wus Qualitäten.

Auch weiterhin gab es an diesem Abend fragwürdige Entscheidungen, vornehmlich gegen usbekische Boxer. Dem setzte schließlich Weltergewichtler Shakhram Giyasov ein Ende. Der junge Mann machte den Kampf seines Lebens und man hatte den Eindruck, dass selbst eine Dampfwalze ihn nicht hätte aufhalten können. Es gelang ihm, die Wut über die bisherigen Kampfrichterleistungen zu kanalisieren und seinen Gegner Roniel Iglesias zu demontieren. Da konnte der Deutsche Baraou fast froh sein, im Halbfinale verloren zu haben. So blieb ihm dieser bärenstarke Gegner erspart. Nach dem Kampf freute sich Iglesias mit dem Usbeken, denn er wusste: gegen einen Giyasov in dieser Form konnte heute niemand etwas ausrichten. Ein herrlicher Fight für alle Boxfans, daher hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=ECEi34xzjrY

Erwähnens- und sehenswert war auf jeden Fall auch der letzte Fight des Abends: Superschwergewichtler Kamshybek Kunkabayev aus Kasachstan stand dem aserbaidschaner Mahammadrasul Majidov gegenüber. Trotz der Unterstützung durch die kasachischen Fans, derer sich einige in der Halle befanden, war Kunkabayev vollkommen machtlos. Erstaunlich, wie viele Treffer der Kasache einstecken konnte! Majidov gewann an diesem Abend seinen 3. WM-Titel. Schade nur, dass sich die Halle unmittelbar nach dem Kampf leerte – so verpassten viele Zuschauer die Siegerehrungen im Schwer- und im Superschwergewicht. Nur echte Fans blieben und feierten ihre Helden! Sehr schade, dass es danach nur für VIPs eine Aftershowparty gab. So mancher Normalo hätte sicher auch gern noch etwas gefeiert und dieses große Boxfest ausklingen lassen. Auch eine Autogrammstunde mit dem deutschen Team wäre toll gewesen. Wenigstens gab es ein paar Athleten aus anderen Staffeln, die keine Berührungsängste hatten und für Fotos zur Verfügung standen:

Weltmeister im Leichtgewicht: Soufiane Oumiha aus Frankreich (re.)

Weltmeister im Leichtgewicht: Soufiane Oumiha aus Frankreich (re.)

Bronzemedaillengewinner im Superschwergewicht: Fokou Arsene aus Kamerun

Bronzemedaillengewinner im Superschwer-gewicht: Fokou Arsene aus Kamerun (li.)

Fazit: Die Organisation war leider insgesamt etwas lieblos und nicht immer durchdacht. Man setzte auf die eingeladenen Promis – u.a. Wladimir Klitschko, David Haye, Ulli Wegener, Henry Maske – und vergass dabei offensichtlich viele einfache Details. Anstatt in Honorare für ehemalige Profiboxer hätte man lieber in zusätzliches Personal am Eingang und in die Werbung für die Veranstaltung investieren sollen. Von einem Plakat, ein paar Autogrammkarten oder einem Flyer als Erinnerungsstück hätten die Fans sicher mehr gehabt als von der verworrenen Rede Klitschkos für die Vereinigung von Profi- und „Amateur“-Boxen (lieber Wladi: es sind KEINE Amateure, sondern Olympioniken! Das könntest DU eigentlich wissen!). Bezeichnend auch, dass es im Netz noch immer keine Ergebnisliste gibt. Auf der offiziellen Homepage zur WM (boxing2017.com) hat sich seit Samstag nichts mehr getan. Wertschätzung für die Athleten sieht anders aus!

Hoffen wir, dass die Funktionäre des russischen Verbandes aus den Fehlern der deutschen Kollegen lernen und bei der nächsten WM so manches besser machen. Die Sportler haben jedenfalls alles gegeben und diese WM zu einem großartigen Erlebnis gemacht! Freuen wir uns also schon jetzt auf die WM 2019 in Sotschi!!!

Boxer trainieren im Neuwieder Outdoor-Fitnesspark

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Auch nach dem harten Training sehen sie noch blendend aus, die Wettkämpfer und Trainer der Box-Union…

Die Wettkampfsaison naht und die Weißenthurmer Boxer haben längst mit der Vorbereitung begonnen. Da kam die Hallensperrung recht ungelegen. Freundlicherweise hatte man von Seiten der Stadt eine kleine Gymnastikhalle als Ersatz gestellt, doch aufgrund der dortigen Enge beschloss man, das allgemeine Training abzusagen und allein mit den Wettkämpfern eine intensive Trainingseinheit an der frischen Luft zu absolvieren. Eine kurze, schnelle Laufeinheit führte die Trainingsgruppe zum Outdoor-Fitnesspark in Neuwied. Dort gab es zunächst ein anspruchsvolles Reaktionstraining. Danach absolvierte man ein intensives funktionelles Zirkeltraining mit Sit-ups, Dips, Klimmzügen und vielen weiteren Übungen, die den Sportlern alles abverlangten. Damit einerseits der Spaß nicht zu kurz kam und die Boxer andererseits auch noch das letzte aus sich herausholten, wurde zuletzt in Zweiergruppen gerungen, was für viel Erheiterung sorgte – teilweise auch bei den Passanten. Nach anderthalb Stunden trabte man locker zurück nach Weißenthurm.

Bereits im September stehen die ersten Wettkämpfe der Herbstsaison an, auf die die Boxer nun fleißig hinarbeiten.

Und für alle, die nun ebenfalls Lust haben, das Boxen zu erlernen, sei an dieser Stelle schon einmal auf den Anfängerkurs hingewiesen, der am 20. Oktober um 19.45 Uhr in der Turnhalle der Grundschule Weißenthurm startet.

Wer lieber zuschaut, der kommt im März wieder auf seine Kosten: Am 17.03.2018 findet nun schon zum vierten Mal die Weißenthurmer Boxgala statt, bei der sich die hiesigen Faustkämpfer mit Boxern aus ganz Deutschland, aus Luxemburg und den Niederlanden messen. Man darf sich auf viele packende Gefechte in verschiedenen Alters-, Gewichts- und Leistungsklassen freuen.

Nähere Informationen zum Anfängerkurs und zur Boxgala gibt es demnächst in der lokalen Presse sowie hier in der Rubrik „Veranstaltungen“.

 

Breitensport-Debüt beim Westerwaldcup

 Am vergangenen Wochenende fand in Bannberscheid (Westerwald) im Rahmen des dortigen Kirchweihfestes der 1. Westerwaldcup statt. Ausrichter war der Boxclub Montabaur (BCM). In der recht kleinen Sporthalle war die Atmosphäre sehr familiär und gemütlich, die Organisation durch die Verantwortlichen des BCM professionell. Perfekte Voraussetzungen für das Debüt des Breitensport-Boxers Christian Nickenig. Der 45-jährige trainiert bereits seit ca. fünfeinhalb Jahren bei der Weißenthurmer Box-Union. Doch erst jetzt, nachdem der Deutsche Boxsport-Verband den Wettkampfbetrieb auch für Hobbyboxer, sog. Breitensportler, geöffnet hat, konnte er erstmals Ringluft schnuppern.

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Christian (rot) nahm es mit dem jungen Leistungsboxer auf

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So sieht Erleichterung aus… 😉

Aufgrund enger Grenzen, Auflagen und Vorschriften für den Breitensport war es leider diesmal nicht geglückt, einen passenden Gegner für Christian zu finden. Man einigte sich daher kurzerhand auf einen Sparringskampf mit dem 16 Jahre jüngeren Weltergewichtler Nematullah Mohammadi vom TH Eilbeck. Der Hamburger ließ es zunächst ruhig angehen, setzte einzelne Nadelstiche gegen Christian, der sich jedoch zu verteidigen wusste. Im Laufe der Runde drehte Mohammadi auf, machte Druck, dem der Weißenthurmer gut standhielt. In der zweiten Runde konnte der Hamburger das Tempo erneut erhöhen. Christian gelangen einige gute Aktionen; er wehrte nicht mehr nur ab, sondern traf auch selbst immer wieder. Doch das kostete gegen den 29-jährigen Leistungsboxer eine Menge Kraft. Gegen Ende der zweiten Runde hatte Christian Mühe, die Deckung geschlossen zu halten und die häufigen Angriffe des Hamburgers abzuwehren. Besorgnis in Christians Ecke, denn das Trainerteam erkannte in der Pause gleich, dass Christian sich in der zweiten Runde verausgabt hatte. Nach kurzer Rücksprache mit der Ringrichterin trat man zur dritten Runde nicht mehr an und gab den Kampf auf. Applaus gab es natürlich trotzdem, außerdem ein großes Lob aus der gegnerischen Ecke für diese beachtliche Leistung. Das Team aus Eilbeck erwies sich damit einmal mehr als überaus fair und zeigte wahren Sportsgeist.

„Christian ist nach seinem Auftritt heute noch motivierter. Er wird im Training weiter hart an sich arbeiten und sicher bald erneut im Ring stehen“, meinte Sekundant Andreas Krämer, der bei der Box-Union seit ein paar Monaten als Hilfstrainer agiert. „Es gibt bereits eine Anfrage für ein Turnier in Idar-Oberstein Ende Juni“, fügte Trainerin Christina Nickenig hinzu. Man darf also schon bald wieder Neuigkeiten von der Box-Union erwarten.

Am kommenden Wochenende geht es für die Athleten der Box-Union zu den Düsseldorfer Stadtmeisterschaften.

Starker Auftritt in der Box-Hochburg Bad Kreuznach

Derzeit gönnen sie sich keine Pause: Nachdem sie am vergangenen Wochenende bei der Boxgala im Saarland eine solide Leistung gezeigt hatten, ging es für die Athleten der Weißenthurmer Box-Union am Samstag, den 20.05. nach Bad Kreuznach. Beim Willi-Gäns-Gedächtnisturnier wollte man sich weiter steigern und möglichst viele Siege erringen. Nachdem es im Vorfeld sowohl bei der Box-Union selbst, als auch bei den gegnerischen Vereinen einige krankheitsbedingte Ausfälle gab, blieb es am Ende nur zwei Weißenthurmer Faustkämpfern vorbehalten, die Stärke der Box-Union zu demonstrieren.

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Matthias (blaue Handschuhe) beherrschte seinen Gegner souverän

Im fünften Kampf des Abends traf der Weltergewichtler Matthias Lohner auf Mathieu Marinelli vom BC Rumelange (Luxemburg). Matthias bewies erneut ein gutes Auge und spielte seine legendäre Beweglichkeit aus, die an Cassius Clay erinnert. So hatte Marinelli große Schwierigkeiten, den Weißenthurmer zu treffen: wo immer er hin schlug, war Matthias schon wieder weg. Er pendelte die Angriffe des Gegners gekonnt aus und hatte sichtlich Freude daran, den Luxemburger ins Leere laufen zu lassen. Meist verpasste er jedoch die Gelegenheit zum sofortigen Gegenangriff, schlug insgesamt überraschend wenig. Wenn er angriff, so traf er zuverlässig und hart, während er selbst kaum mal etwas einstecken musste. Das rechte Auge seines Gegners zeugte ab Runde zwei davon. Seine Vereinskameraden, die zahlreich mitgereist waren, feuerten Matthias lautstark an und forderten mehr Angriffe, was Matthias in der letzten Runde zu beherzigen versuchte. Am Ende führte wohl seine Passivität dazu, dass das Kampfgericht unentschieden wertete.

„Wir wissen, dass die Kampfrichter im Rheinland Aktivität sehr stark in die Bewertung einfließen lassen. Dennoch waren wir von dem Urteil überrascht. Künftig heißt es für uns also Agieren statt Reagieren, damit unseren Boxern nicht durch solch fragwürdige Entscheidungen die Siege genommen werden. Schade für Matthias, der gern mit einem Sieg in der Tasche nach Hause gefahren wäre. Er hat sich viele sehr gute Kontermöglichkeiten herausgearbeitet und sie dann nicht konsequent genutzt. Daran werden wir arbeiten und dann werden es seine Gegner wirklich schwer haben“, so Trainer Serge Wunder.

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Solche langen Hände hätten wir von Christina (rote Handschuhe) gern öfter gesehen

In Kampf Nummer neun gab es eine etwas ungleiche, aber dennoch spannende Begegnung und zugleich den einzigen Frauenkampf des Abends: So stand die Weißenthurmer Bantamgewichtlerin Christina Nickenig der Lokalmatadorin Janet Martin aus Bad Kreuznach gegenüber, die im Federgewicht boxt. Es war jedoch nicht allein der Gewichtsunterschied, sondern vor allem der Altersunterschied, der einen Wertungskampf aufgrund der Wettkampfbestimmungen nicht zuließ, trennten die 16-jährige Kreuznacherin doch immerhin 21 Jahre von ihrer Weißenthurmer Kontrahentin. Dass es in dem Fight gar nicht um Sieg oder Niederlage ging, machten die beiden Boxerinnen aber sogleich vergessen. Gleich zu Beginn der ersten Runde stürmte Janet mit einem Schlaghagel auf Christina los, die zunächst große Mühe hatte, die kleinere Gegnerin auf Distanz zu halten. Sie fand dann aber schnell in den Kampf, wich den Schlägen der Kreuznacherin mit Sidesteps aus, die sie mit knackigen Körperhaken kombinierte. Janet zwang Christina immer wieder in den Infight, stand jedoch dann zu nah, um Schlagwirkung zu erzielen. Die Weißenthurmerin löste sich schnell von ihrer Gegnerin und versuchte, den Kampf von der Ringmitte aus zu kontrollieren. Das gelang ihr ab der zweiten Hälfte der zweiten Runde zunehmend besser, als ersichtlich wurde, dass Janet das hohe Tempo, mit dem sie begonnen hatte, nicht halten konnte. Die Weißenthurmerin bewies die größere Ausdauer und konnte sich in Runde drei noch einmal deutlich steigern. Sie hielt ihre Gegnerin jetzt auf Distanz und bearbeitete sie mit schnellen Geraden zum Kopf, da auch die Deckungsarbeit der Kreuznacherin nachließ. Beide Boxerinnen konnten am Ende zufrieden mit ihren guten Leistungen sein und bedankten sich bei Trainern und Veranstalter, die dieses ungleiche Duell ermöglicht hatten.

Vielen Dank an Mehmet U., Mehmet T. und Evren, die zur Unterstützung mitgefahren sind. Danke an Mehmet U. für die Fotos und danke an Evren, der in Christinas Ecke sekundiert hat. Danke an Mehmet T. für den Versuch, uns alle in den Wahnsinn zu treiben! 😉