Sieg, Unentschieden und Niederlage in Idar-Oberstein

Auch an diesem Wochenende hieß es für die Weißenthurmer Boxsportler wieder: Ring frei! Diesmal standen Mehmet Can Uzun, Noel Uzun und Samy Pörschke bei der Open-Air-Boxgala in Idar-Oberstein im Seilgeviert.

Noel gewinnt deutlich gegen starken Gerolsteiner

Bereits im zweiten Kampf des Abends stand Noel Uzun dem Gerolsteiner Benja Wagner vom BC Vulkaneifel gegenüber. Zeigten sich beide anfangs noch verhalten, ging es ab Mitte der ersten Runde zur Sache. Beide lieferten sich immer wieder hitzige Gefechte, die jedoch meist vom Weißenthurmer beherrscht wurden. Dieser konnte sich in der zweiten und dritten Runde noch steigern und gewann so verdient mit 4:1 Kampfrichterstimmen. Dennoch gab es Kritik von Trainer Serge Wunder: „Noel hat zwar gewonnen, aber er kann viel mehr. Er hat ja noch nicht einmal richtig geschwitzt heute. Wir wünschen uns, dass er sein Potential besser ausschöpft und nicht immer bloß das Nötigste zeigt, denn das führt leicht dazu, dass man einen Kampf unnötig verliert. Hoffen wir, dass er in zwei Wochen vor heimischem Publikum zeigt, was in ihm steckt.“

Mehmet erkämpft sich ein Unentschieden

Im fünften Kampf des Abends kam dann Noels älterer Bruder und die Speerspitze des Weißenthurmer Vereins, Mehmet Can Uzun, zum Einsatz. Er sah sich dem starken Leverkusener Muhamed Aba gegenüber. In Runde eins tat Mehmet sich schwer. Er wirkte langsamer als in den letzten Kämpfen, die ihm sonst eigene Lockerheit fehlte. Obschon Wirkungstreffer ausblieben, machte der Leverkusener Druck und behauptete erfolgreich die Ringmitte, zwang Mehmet immer wieder ans Ringseil. Mehmet ließ sich zwar am Seil nie stellen und drehte sich immer wieder geschickt aus der Gefahrenzone, tat sich aber mit kontern schwer. So ging diese Runde völlig zu Recht an Muhamed Aba. Nach einigen taktischen Anweisungen seines Trainers während der Rundenpause kam Mehmet in Runde zwei deutlich besser in den Kampf. Ankommende Angriffe konterte er gut ab und startete seinerseits schnelle Serien zu Kopf und Körper des Gegners. Dieser ließ sich jedoch auch nicht die Butter vom Brot nehmen und hielt ausgezeichnet dagegen. Man sah eine ausgeglichene zweite Runde, bei der es keinen Sieger geben konnte. In Runde drei konnte Mehmet sich erneut verbessern und außerdem seine hervorragende Kondition ausspielen. Nun war er es, der den Gegner dominierte und häufiger traf. So ging diese Runde an den Weißenthurmer Boxer. So lautete das offizielle Urteil dann: „Unentschieden“.
Keine Zeit zum Durchatmen, denn bereits der nächste Kampf des Abends war wieder einer mit Weißenthurmer Beteiligung. Samy Pörschke trat gegen Hamsa Malik von der TG Zeilsheim an. Samy begeisterte bereits in Runde eins mit schnellen Serien und zeigte deutlich mehr, als man ihm zugetraut hatte. Sein Gegner hatte einige Wirkungstreffer einzustecken, ließ sich davon aber so leicht nicht verunsichern. Immer wieder startete er teils wilde Angriffe, die ihr Ziel jedoch meist verfehlten, da Samy die Schläge mied und dann seinerseits angriff. Die zweite Runde schien eine Kopie der ersten zu sein. Samy dominierte beide Runden klar und deutlich und begeisterte seine Trainer durch seine Präsenz und seine Schlaghärte. Leider brachen beide Boxer in Runde drei konditionell ein, wodurch die Schläge seltener, langsamer und unpräziser wurden. Auch das Ausweichen gelang nicht mehr so gut, wodurch beide häufiger ihre Nehmerqualitäten beweisen mussten. In dieser Runde war es schwer, einen Sieger zu ermitteln. Erstaunlich jedoch das Urteil des bislang fehlerfreien Kampfgerichts: ein knapper Sieg für den Zeilsheimer Boxer. „Die Wertungen beim Boxen sind nun einmal subjektiv, es gibt nichts eindeutig Zählbares wie beispielsweise Tore beim Fußball. Nicht immer erkennt man eindeutig, ob ein Treffer ins Ziel oder bloß auf die Deckung ging, ob er Wirkung hatte oder nicht. Unsere Boxer nehmen sich solche Urteile nicht zu Herzen, denn sie wissen, was sie geleistet haben. Samy hat heute seine Bestleistung abgerufen und kann stolz auf sich sein“, so sein Trainer nach dem Kampf.
Am kommenden Wochenende gibt es für die Weißenthurmer Boxer eine Pause, denn man bereitet sich intensiv auf die anstehende Boxgala vor heimischem Publikum vor.