Spannende Fights bei Weißenthurmer Boxgala

Am 03.04. war es wieder so weit: Die Weißenthurmer Box-Union, ein Traditionsverein des olympischen Boxens, hatte zur Boxgala geladen. Aus über 30 renommierten Vereinen aus Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden und einem Pool aus 216 gemeldeten Boxern wählten die Weißenthurmer die interessantesten Begegnungen für ihr Publikum aus.

Zunächst gab es eine kurze Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden, Florian Nickenig, der später auch als Kämpfer im Ring zu sehen sein sollte.

Die Weißenthurmer Boxer Ali Abay und Elvis Voican konnten verletzungsbedingt leider nur als Zuschauer an der Boxgala teilnehmen. Hart traf es auch Matthias Lohner, der nach intensiver Vorbereitung überraschend doch ohne Gegner dastand – dieser war nicht nur deutlich zu schwer, sondern wurde wegen eines grippalen Infekts vom Ringarzt für nicht boxtauglich befunden.

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Emir Yilmaz (rot) gegen Mikail Demirci (blau)

Um kurz nach 16 Uhr hieß es endlich: „Let’s get ready to rumble!“ Die Kämpfer betraten die Halle zu den von ihnen vorher ausgewählten Einlaufsongs, was mitunter für Gänsehaut beim Publikum sorgte. Darüber hinaus setzte Ringsprecher Werner Nickenig die Sportler durch seine Ansagen gekonnt in Szene und sorgte für die richtige Stimmung in der Halle.

Bereits in der Altersklasse der Schüler (U 13) ging es ganz schön zur Sache und das Publikum feuerte die beiden Jungs an. Der Kampf blieb ohne Wertung, hatte aber trotzdem zwei strahlende Sieger.

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Daniel hat einen tollen Kampf geliefert – schade, dass es am Ende nicht zum Sieg gereicht hat

 

 

Richtig laut wurde es erstmalig in Kampf Nummer 3, dem ersten mit Weißenthurmer Beteiligung: Daniel Abay, der jüngste in der Weißenthurmer Staffel, stand Idris Israilov vom BC Westende Hamborn gegenüber. Idris machte von Beginn an Druck, doch Daniel hielt dagegen und konnte mehrfach überraschende Konter setzen, die durchaus Wirkung zeigten. Insgesamt sah man ein ausgeglichenes Duell, was sich im Ergebnis – unentschieden – niederschlug.

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Die Mädels schenkten sich nichts

 

Gleich im Anschluss erbrachten Josefien Betist von Crooswijk Rotterdam und Tabea Darmstädter vom BC Westende Hamborn in der Altersklasse U15 den Beweis, dass Mädchen kühne Kämpferinnen sein können. Josefien war von Beginn an überlegen und brachte die Gegnerin in Bedrängnis, stellte sie an den Seilen und brachte einige Wirkungstreffer ins Ziel. Tabea wehrte sich nach Kräften, konterte, griff immer wieder an, war jedoch chancenlos. Ihr Trainer gab den Kampf schließlich in Runde zwei auf.  „Die Mädels sind echt hart im Nehmen. Da kann sich mancher der Jungs eine Scheibe von abschneiden“, ließ sich ein Zuschauer vernehmen.

 

 

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Noch gibt es kein Foto aus dem Kampf. Auf diesem ist Mehmet der 5. von links

Im letzten Kampf vor der Pause stieg der amtierende Jugend-Rheinlandmeister Mehmet Can Uzun in den Ring. Mehmet ist vor wenigen Wochen auf Anraten seiner Trainer ins Leistungszentrum in Köln gewechselt und trat nun erstmals für den SC Colonia an. Er lieferte sich einen packenden und temporeichen Fight mit Abdelhak Jihad von Box-Out Hamburg. Die Kämpfer attackierten einander gekonnt und mit beeindruckender Geschwindigkeit. Sie zeigten den ca. 200 Zuschauern, die die Boxer lauthals unterstützten, einen über weite Strecken ausgeglichenen Kampf auf hohem technischen Niveau. Am Ende sahen die Kampfrichter bei Abdelhak die klareren Treffer, sodass er den Kampf knapp, aber nicht unverdient gewann.

 

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Florian (blau) zeigt seine Klasse

Nach der Pause gab es den einzigen Schwergewichtskampf des Abends: Florian Nickenig trat gegen Quendrim Abazi vom BC Montabaur an. Quendrim hatte leider deutlich weniger Gewicht als vorher angegeben und so musste man sich mit einem Kampf ohne Wertung zufrieden geben. Das machten die beiden Faustkämpfer jedoch vergessen. Florian, der aufgrund einer Rippenverletzung nach einem Jahr erstmalig wieder im Seilgeviert stand, hielt den heranstürmenden Gegner technisch sauber in Schach, fing einige wilde Attacken ab und setzte geschickte Konter. Quendrim als Angriffsboxer ging mitunter recht brachial zu Werke und konnte auch seinerseits einige Wirkungstreffer anbringen. Ärgerlich war der unabsichtliche Kopfstoß des Montabaurers, der in der 3. Runde einen Cut an Florians Auge verursachte. Dennoch brachte man den Kampf über die volle Distanz und das Publikum fieberte voller Begeisterung mit.

 

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Evren Gedik (blau) bringt seinen Gegner arg in Bedrängnis

Ein Weißenthurmer musste lange auf seinen Auftritt warten: Evren Gedik trat in der Altersklasse der Junioren (U17) gegen Mohamed Mesnane von Condor Limburg an. Evren ist sonst für seine gute Übersicht und seine Beweglichkeit bekannt, doch heute spielten ihm die Nerven einen Streich. Er wollte es vor heimischem Publikum besonders gut machen, war aber daher mitunter etwas hektisch. Er begeisterte immer wieder mit harten Kombinationen, die den Gegner in Schwierigkeiten brachten, lief jedoch leider öfter in dessen Konter und musste so auch selbst einige Treffer einstecken. Seine Vereinskameraden unterstützten Evren lautstark, die Halle tobte und Evren holte das letzte aus sich heraus. Leider reichte es am Ende nicht zum Sieg und man musste sich mit einem unentschieden zufrieden geben. Dennoch war Evrens Fight sicherlich einer der Höhepunkte des Abends.

 

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Ariane Winter (rot) und Corinna Glunz (blau) zeigten Frauenboxen vom Feinsten

Im letzten Kampf des Abends trafen zwei starke Frauen aufeinander: Corinna Glunz vom BC Essen Steele und Ariane Winter von der TuS Aschaffenburg. Beide kannten sich schon vom Weißenthurmer Frauensparringstreffen im Januar und freuten sich daher besonders auf die heutige Begegnung. Die beiden Mittelgewichtlerinnen zeigten einen spannenden und technisch wie taktisch anspruchsvollen Fight. Dass sie sich eigentlich gut verstehen, war im Ring nicht zu sehen, denn sie kämpften verbissen, teilten kräftig aus und steckten einige krachende Schläge ein. In der ersten Runde lag Corinna leicht vorne, in der zweiten und dritten war der Kampf ausgeglichen. In der vierten und letzten Runde dann konnte Ariane häufiger punkten. Das Unentschieden war daher durchaus berechtigt.

Das Kampfgericht um Supervisor Bernd Klein zeigte an diesem Abend ohnehin ein gutes Auge und fällte durchweg faire Urteile.

Am Ende gab es von allen Seiten Lob für die Organisatoren Florian Nickenig, Claudia Brüggemeyer, Martin Friedrich, Serge Wunder, Heinrich Ottersbach, Christian Nickenig und Christina Nickenig, sowie für die vielen fleißigen Helfer, die nicht nur im Hinblick auf den sportlichen Bereich, sondern auch in Bezug auf den passenden Rahmen mit Musik und Gaumenschmaus eine gelungene Veranstaltung auf die Beine gestellt haben.

Bedanken möchte man sich bei allen freiwilligen Helfern, die sichtbar und unsichtbar zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben:

Vielen Dank an die Turnerinnen um Michaela Hoffmann, die am Samstag auf ihr Training verzichten mussten. Danke auch an die Fußballer des BSV, die uns ihren Schiedsrichterraum zur Verfühung gestellt haben.

Danken möchte man auch den fleißigen Helferinnen und Helfern an Kasse und Theke, die die Gäste mit herzhaften und süßen Leckerbissen versorgt haben und natürlich auch allen, die im Vorfeld die leckeren Kuchen gebacken haben.

Vielen Dank an unseren Landessportwart, Bernd Klein, der die Organisation des Kampfgerichts übernommen hat und bereits im Vorfeld ein kompetenter und hilfsbereiter Ansprechpartner war.

Danken möchte man auch den Punkt- und Ringrichtern, die ein gutes Auge und das nötige Feingefühl besessen haben und die stets fair geurteilt haben!

Herzlich bedanken möchte man sich auch beim Fotografen Benjamin Adam (er ist eigentlich Hochzeitsfotograf) der zahlreiche schöne Erinnerungsfotos gemacht hat. Ein paar davon sind hier auf der Homepage zu finden. Wer noch mehr Fotos sehen möchte, kann den Link zur Online-Galerie über das Kontaktformular anfordern.

Auch möchte man sich bei den netten Jungs des KSV Haiger & Herborn herzlich bedanken, die nun schon zum dritten Mal ihren Ring zur Verfügung gestellt und den Auf- und Abbau professionell gemanaged haben. Jungs, Ihr seid spitze!

Natürlich geht der Dank auch an all jene, die beim Auf- und Abbau mit angefasst haben. So ging die Verwandlung der Turnhalle in eine Boxhalle und wieder zurück in Rekordzeit vonstatten!

Bedanken möchte man sich auch bei den Mitarbeitern der Stadt Weißenthurm und Bürgermeister Gerd Heim, die den Organisatoren stets in allen Belangen hilfreich zur Seite stehen!

Danke auch an den Schulleiter, Herrn Stein, der „seine“ Sporthalle, sowie den Schulhof freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Ganz besonders bedankt man sich auch Herrn Juchem, dem Hausmeister der Schule, der immer viele nützliche Tipps hat und hilfreiches Equipment zur Verfügung stellt (die Sackkarre war super!)

Der Dank gilt auch den Spendern und Sponsoren: dem Bäcker Karl, der eine große Ladung Brötchen gespendet hat; der Lotto-Stiftung, Kemal Dogan vom Hotel Restaurant AGA, der Physiotherapiepraxis Hildegard Hobbach, der Schlosserei Atlen, dem Sportbund Rheinland, dem Restaurant Trattoria Ferrara, der Firma CK Werbetechnik, dem Friseursalon Selcuk, dem Malermeister Fahed Hassan, dem Amigo Arkadas Grill, und dem FFC 56, die die Box-Union jeweils mit einer Geldspende unterstützt haben; sowie der Firma Ardagh, die die Getränke zur Verfügung gestellt hat.

Ein großer Dank gilt natürlich allen Trainern und Betreuern, die ihre Athleten in zahlreichen Übungsstunden zu guten Boxerinnen und Boxern ausgebildet haben und die viele Stunden opfern, um Veranstaltungen wie die unsrige zu besuchen.

Dankeschön auch an alle Boxerinnen und Boxer, die spannende Kämpfe geliefert und sich als durchweg faire Sportler präsentiert haben!

Herzlichen Dank an unseren Ringarzt Dr. Alan Brecht, der sich wie immer sehr gewissenhaft um die Gesundheit der Boxerinnen und Boxer gekümmert hat!

Vielen Dank an Rudi Geist, der als Protokollführer am Delegiertentisch eingesetzt war, an Kevin Miah, der als Zeitnehmer gearbeitet hat, an unseren Ringsprecher Werner Nickenig und an Marvin Miah, der kurzfristig als Punktrichter eingesprungen ist!

Man möchte zudem den Vereinsgründern und all jenen danken, die die Box-Union in den letzten 50 Jahren geführt und gestärkt haben, denn ohne sie gäbe es die Box-Union nicht!!!

Zuletzt dankt man auch den Familien all derer, die im Boxsport aktiv sind, denn wer einmal als Trainer oder Funktionär tätig war, der weiß: ohne die Geduld und Unterstützung der Familien geht es nicht!