13 Boxerinnen beim Frauensparringstreffen

Am Samstag, den 18.01., lud die Box-Union Weißenthurm Boxerinnen aus nah und fern zum Frauensparringstag ein. 13 Boxerinnen reisten z.T. von weit her mit ihren Trainern an, um sich in Trainingskämpfen (sog. Sparring) mit anderen Boxerinnen zu messen. Die Resonanz war damit überraschend groß. So waren neben Athletinnen aus Koblenz und Herdorf auch Boxerinnen aus Pulheim, Düren, Mönchengladbach und Brühl gekommen, um das im Training Gelernte im Sparring umzusetzen und neue Erfahrungen und Impulse zu erhalten. Auch zwei Weißenthurmer Faustkämpferinnen kamen zum Einsatz.

13 begeisterte Boxerinnen, flankiert von ihren Trainern

Zunächst gab es ein gemeinsames Aufwärmtraining. Anschließend ging es im Ring kräftig zur Sache. Die Sportlerinnen haben in ihren Heimatvereinen selten das Glück, geeignete Trainingspartnerinnen zu finden, da der Boxsport noch immer von Männern dominiert wird. So genossen sie nun die große Auswahl und boxten immer wieder neue Gegnerinnen. Die mitgereisten Trainer unterstützten ihre Athletinnen nach Kräften und gaben wichtige Tipps, die sofort umgesetzt wurden. Und die Frauen wurden einfach nicht müde. Erst nach zwei Stunden ging auch der letzte Sparringskampf zu Ende und die Sportlerinnen traten erschöpft, aber glücklich den Heimweg an.

„Das Interesse an Trainingstagen für Frauen ist groß“, so die Weißenthurmer Sportwartin, die das Treffen organisiert hatte. „Die meisten Frauen und Mädchen haben in ihren Vereinen keine passenden Trainingspartnerinnen, daher wird unsere Veranstaltung so gut angenommen und die Athletinnen und ihre Trainer nehmen zum Teil weite Anfahrtswege in Kauf. Nun hoffen wir, dass die Resonanz bei unserer anstehenden Boxgala ähnlich groß sein wird und wir dem Publikum ein paar erstklassige Frauenboxkämpfe präsentieren können.“

Besagte Boxgala findet am 28. März in der Turnhalle der Grundschule Weißenthurm statt. Bereits jetzt haben sich die ersten Vereine angemeldet. Auch die Box-Union konnte einige Boxtalente aufbauen. So werden u.a. der amtierende Saarlandmeister der Schüler, Michail Gromov, der Nordrhein-Cup-Gewinner Samy Pörschke, sowie die amtierenden Rheinland-Meister ihrer Altersklassen, Mehmet Can und Noel Uzun,  im Seilgeviert zu sehen sein. Man darf sich also auch diesmal auf hochkarätige und spannende Fights freuen.

Und wer es selbst einmal mit dem Boxsport versuchen möchte, kann sich ab sofort zum Anfängerkurs anmelden, der am 07.02. startet.

Samy Pörschke gewinnt den Nordrhein-Cup

Nachdem es zuletzt nicht gut lief beim Weißenthurmer Boxer, konnte er sich am vergangenen Wochenende über einen verdienten Sieg in Duisburg freuen. Im Finale des offenen Nordrhein-Cup besiegte Samy Pörschke seinen Gegner, Onel Cakici vom BC Essen-Steele, klar nach Punkten mit 3:0 Kampfrichterstimmen.

Von Beginn an zeigte Samy ein gutes Auge. So erkannte er die Absichten des Gegners früh und konnte fast alle ankommenden Schläge parieren. Er behauptete die Ringmitte und trieb seinen Gegner mehrfach an die Seile. Er nutzte die erste Runde zunächst, um seinen Kontrahenten zu studieren und hielt sich an mancher Stelle noch etwas zurück.

Ab der zweiten Runde machte er mehr Druck, schlug häufiger und fand stets die Lücken in der Deckung des Gegners. Dennoch behielt er einen kühlen Kopf und riskierte nichts, so dass er für den Gegner kaum ein Ziel bot. Ankommende Schläge wurden von Samys stabiler Deckung abgefangen oder durch schnelles Ausweichen gemieden und mit einem Konter beantwortet.

Die dritte Runde war beinahe eine Wiederholung der zweiten. Hier konnte seinen Kontrahenten zudem zweimal in der Ecke stellen, machte aber zu wenig aus seinem Vorteil. Glück für den überforderten Essener, der so wenigstens nicht noch mehr einstecken oder gar einen Knockout verkraften musste.

Samy Pörschke (2.v.l.) mit Trainer Mehmet-Can Uzun (3.v.l.) und mitgereisten Unterstützern

Die Urteilsverkündung war am Ende reine Formsache und Samy zeigte sich glücklich, dass er heute seine Leistung voll abrufen konnte.

„Jetzt ist der Knoten geplatzt“, freute sich auch Mehmet-Can Uzun, der Samy heute als Trainer zur Seite gestanden hatte. Und weiter: „Samy hat die Vorgaben gut umgesetzt und endlich einmal im Wettkampf zeigen können, was wir aus dem Sparring längst wussten: dass er ein schneller, beweglicher Boxer mit einem unglaublich harten Punch ist.“

Am kommenden Wochenende steht für die Weißenthurmer Boxer schon die nächste Prüfung an. Diesmal geht es zum Turnier nach Bürstadt.

 

 

Weißenthurmer Boxer bei Rheinlandmeisterschaft 2019 erfolgreich

Die Uzun-Brüder schlugen wieder zu: bei den Rheinland-Meisterschaften in Gerolstein siegten Noel und Mehmet-Can Uzun in ihrer jeweiligen Alters- und Gewichtsklasse und sicherten sich damit den Titel. Samy Pörschke wurde Vizemeister.

Noel Uzun musste an diesem Wochenende gleich zweimal ran: Samstags bestritt er noch das Halbfinale der Meisterschaften, Sonntags gab es gleich den Finalkampf. Bereits im Halbfinale zeigte er seine Qualitäten gegen den Gerolsteiner Benjamin Wagner. Dieser hatte, als Boxer des ausrichtenden Vereins, das Publikum auf seiner Seite. Er ging von Beginn an volles Risiko, griff immer wieder beherzt an, wurde jedoch von Noel gekonnt abgefangen und musste zahlreiche harte Treffer einstecken. Dennoch ließ er sich nicht beirren und versuchte immer wieder, getragen von der lautstarken Unterstützung der Halle, Noel zu treffen. Es gelang ihm zu selten. Immer wieder rannte er in die Schläge des lauernden Weißenthurmers, der mit viel Übersicht den Kampf bestimmte und sich nicht aus der Ruhe bringen ließ. Wagners mangelhafte Deckung lud immer wieder zu Kontern ein und so musste sich der Gerolsteiner am Ende nach Punkten geschlagen geben. So sicherte sich Noel Uzun souverän den Vize-Meistertitel.

Nun ging es in die Finalrunde: Bereits im nächsten Kampf des Abends stand Samy Pörschke für die Weißenthurmer im Seilgeviert. Auch er kämpfte gegen einen Gerolsteiner Boxer, Elvis Etemi, und damit gegen die ganze Halle. Samy zeigte sich in den ersten beiden Runden leider viel zu passiv und abwartend, selbst die Führhand war kaum zu sehen. Auch sein Gegner tänzelte über weite Strecken ohne auch nur den Ansatz eines Schlages durch den Ring. Beide schienen einander zu belauern. In Runde eins gelang es Etemi zweimal, kurze wilde Angriffe zu starten, auf die Samy passend antwortete. In Runde zwei verdoppelte sich die Zahl der Angriffe immerhin auf vier. Erst in Runde drei zeigte sich Samy beherzter, griff seinerseits einige Male an. Etemi wirkte müde, verausgabt, wobei man sich nach dem Verlauf der ersten beiden Runden schon fragen musste, wovon. Am Ende reichte es jedoch für den Weißenthurmer nicht zum Sieg, weswegen er sich mit dem Titel des Vizemeisters begnügen musste.

Mannschaftsfoto (v.l.n.r.): Christina Nickenig (Trainerin), Samy Pörschke (Vize-Rheinlandmeister der Jugendklasse), Serge Wunder (Trainer), Noel Uzun (Rheinlandmeister der Juniorenklasse), Mehmet-Can Uzun (Rheinlandmeister der Eliteklasse), Christian Nickenig (Betreuer)

Im zweiten Finalkampf mit Weißenthurmer Beteiligung standen sich zwei alte Bekannte gegenüber: Mehmet-Can Uzun traf auf den Neuwieder Boxer Dominik Michels. Die beiden standen sich bereits fünfmal im Ring gegenüber, fünfmal ging Mehmet-Can als Sieger hervor. Dennoch nahm Mehmet-Can den Fight nicht auf die leichte Schulter, immerhin ging es für ihn auch darum, sich für die Deutschen Meisterschaften zu empfehlen. Das erwies sich als absolut angebracht, denn Michels hatte seine Hausaufgaben gemacht, hatte sich technisch weiterentwickelt und deutlich an Schlaghärte gewonnen. Das Publikum sah den mit Abstand besten Kampf des Abends. Hier waren zwei brillante Techniker mit Köpfchen am Werk, deren Treffer unbarmherzig einschlugen. Alle drei Runden wirkten recht ausgeglichen, wobei Mehmet-Can mitunter schneller und erfolgreicher auswich und klarer traf. Beide hätten den Sieg verdient und vielleicht hätte man in einem normalen Turnier unentschieden gewertet. Bei den Meisterschaften muss es aber am Ende einen Sieger geben und so gewann Mehmet-Can knapp mit 3:2 Kampfrichterstimmen. „Das war mein bisher härtester Kampf. Dominiks Haken waren unglaublich hart und gefährlich“, berichtete er auf dem Weg in die Kabine.

Noel präsentiert Pokal und Urkunde

Erst am folgenden Tag gab es die letzten Finalkämpfe. Noel Uzun bekam es mit Mohammed Ötztoramann vom BR Westerwald zu tun. Der hatte sich am Vortag im Halbfinale behauptet und durchaus Eindruck hinterlassen. Noel war jedoch hungrig und kannte in allen drei Runden nur eine Richtung: vorwärts. Er trieb den Westerwälder Boxer durch den Ring, konnte ihn immer wieder am Seil stellen und satte Haken ins Ziel bringen. Ötztoramann zeigte Kampfgeist, versuchte dagegen zu halten, traf ebenfalls, fand aber letztlich kein Mittel, den starken Weißenthurmer zu kontrollieren. So gewann Noel am Ende einstimmig nach Punkten und holte damit den zweiten Meistertitel an den Rhein. „Die Uzun-Brüder sind zwei der stärksten Boxer, die das Rheinland derzeit zu bieten hat“, lobte der Landessportwart die Leistung der beiden.

Für Mehmet-Can geht es nun direkt in die Vorbereitung auf das größte Event seiner bisherigen Box-Karriere: die Deutschen Meisterschaften der U22 Ende Oktober.

Mehmet-Can Uzun boxt erstmals in der Oberliga

Mehmet möchte seinen Titel bei den diesjährigen Rheinland-Meisterschaften verteidigen

Der Anruf des rheinländischen Sportwarts kam überraschend, aber durchaus nicht ungelegen: eine Woche vor den wichtigen Rheinlandmeisterschaften, bei denen sich der Weißenthurmer Boxer Mehmet-Can Uzun die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften sichern möchte, erhielt er kurzfristig das Angebot, die Oberliga-Mannschaft des BC Pulheim zu unterstützen. Dort hatte es krankheitsbedingt Ausfälle gegeben. Nachdem Mehmet in der jüngsten Vergangenheit absolut überzeugt hatte, bot man ihm nun die Krankheitsvertretung an. Diese Gelegenheit wollten er und sein Trainer nutzen und so machten sie sich am nächsten Tag auf den Weg. Ärgerlicherweise fiel überraschend Mehmets geplanter Gegner aus. Kurzfristige Absagen sind leider immer wieder ein Ärgernis im Boxsport. Damit die Anreise nicht ganz umsonst war, gab es immerhin einen Sparringskampf gegen einen deutlich schwereren Boxer, dem ebenfalls der Gegner abhanden gekommen war. Ein ungleicher Fight, in dem Mehmet aber sein Können abrief und sich für weitere Kämpfe in der Liga empfahl. So vereinbarte man für die Zukunft wiederholte Einsätze in der Pulheimer Oberliga-Mannschaft.

Nun geht es mit gestärktem Selbstbewusstsein zu den Rheinland-Meisterschaften nach Gerolstein.

Spannende Fights bei Weißenthurmer Boxgala

Am 07.09. war es wieder so weit: Die Weißenthurmer Box-Union, ein Traditionsverein des olympischen Boxens, hatte zur Boxgala geladen. In diesem Jahr schien sich die Veranstaltung bereits im Vorfeld in eine Studie zu Murphys Law zu verwandeln, denn was schief gehen konnte, das ging dann auch schief. Schon bei der Kampfplanung in den Wochen vor der Boxgala gab es ein Hin und Her wie selten: immer wieder fielen eingeplante Boxer wegen Verletzung oder Krankheit aus und mussten ersetzt werden. Bitter auch, dass ausgerechnet das Aushängeschild der Box-Union, der amtierende Rheinlandmeister im Weltergewicht Mehmet Can Uzun, seine Teilnahme wegen einer Erkältung absagen musste.

Gefühlte 1000 Telefonate und ebenso viele E-Mails später standen am Kampftag 12 Begegnungen auf dem Plan. Besonders ärgerlich waren für die Organisatoren eine unnötig kurzfristige Absage aus dem südwestdeutschen Boxverband sowie das schlichte Nicht-Erscheinen des BR Wesseling.

Der Aufbau gestaltete sich ebenfalls schwierig, denn der Ringverleiher stand im Stau und erschien anderthalb Stunden zu spät. Umso mehr ist die Leistung der Aufbauhelfer hervorzuheben, die im Laufschritt den Ring ausluden und in Windeseile zusammenbauten – absoluter Geschwindigkeitsrekord! Trotzdem war es zeitlich knapp und schon während man die letzten Handgriffe am Ring tat, kamen die ersten Athleten zur Waage und zur ärztlichen Untersuchung. Da auch der Ringarzt im Stau stand, wurden die Boxer zunächst nur gewogen und auch hierbei gab es einige Überraschungen und die Notwendigkeit, den Kampfplan umzustellen. Erst eine halbe Stunde vor Publikumseinlass kam endlich der Arzt und auch er arbeitete dann im Akkord.

Erfreulicherweise zeigten sich in der anschließenden Trainerbesprechung alle Trainer mit dem geplanten Ablauf der Veranstaltung einverstanden, so dass man nach allem Hin und Her mit nur 10 Minuten Verspätung beginnen konnte – eine wahre Meisterleistung aller Beteiligten.

Zunächst gab es eine kurze Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden, Florian Nickenig. Neben der Begrüßung von Teilnehmern und Zuschauern, würdigte er die Verdienste des langjährigen Ringsprechers der Box-Union, Werner Nickenig, der vor wenigen Wochen verstorben ist, mit 10 Gongschlägen. Werner Nickenig, der früher selbst aktiv geboxt hat, unterstützte den Verein bis zuletzt und sprach noch kurz vor seinem Tod davon, bei der Boxgala wieder am Ring sitzen zu wollen. Das blieb ihm leider verwehrt. Würdig vertreten wurde er heute von seinem Sohn, Christian Nickenig, der am Mikrofon durch den Abend führte.

Nach der kurzen Rede des Vorsitzenden hieß es dann: „Let’s get ready to rumble!“ Die Kämpfer betraten die Halle zu den von ihnen vorher ausgewählten Einlaufsongs, was mitunter für Gänsehaut beim Publikum sorgte.

Bereits im zweiten Kampf des Abend stand der amtierende Saarland-Meister der Schüler, Michail Gromov, im Ring. Er hatte heute kurzfristig einen Ersatz-Gegner bekommen, der deutlich schwerer war. Daher war nur ein Wettkampfsparring ohne Wertung möglich. Mischka, wie er von den Vereinskameraden genannt wird, tat sich zunächst schwer gegen den körperlich überlegenen Marc-Lukas Lüfting vom BR Westerwald und musste einiges einstecken. Ab der zweiten Runde gelang es ihm dann besser, den größeren Boxer in Schach zu halten, doch mehr war heute nicht drin. Dennoch war dieser Kampf wichtig für ihn im Hinblick auf die anstehenden Rheinland-Meisterschaften. „Mischka hat in diesem Sparringskampf erkannt, woran er bis zu den Meisterschaften noch arbeiten muss. Er ist ehrgeizig und fokussiert und auch wenn es ihm nicht gefällt, als unterlegener Boxer im Ring zu stehen, so weiß er doch, dass er solche Kämpfe meistern kann. Das ist gerade für sein Alter eine herausragende Leistung: dranbleiben, auch wenn es mal wehtut. Das können leider nur noch sehr wenige Jugendliche“, so sein Trainer Serge Wunder, während er seinem Schützling nach dem Kampf anerkennend auf die Schulter klopfte.

Doch schon ging es weiter, denn in Kampf Nummer vier stand ein „Neuer“ für die Weißenthurmer im Ring: Florent Qorraj stand heute erstmalig im Seilgeviert, ebenso wie sein Gegner Daniel Pauss vom BC Bendorf. Florent boxte den kleineren Boxer in der ersten Runde mit langen Händen und ließ diesen nicht an sich heran. Leider und vermutlich wegen seiner Unerfahrenheit verlor er in der zweiten Runde nach einem unglücklichen harten Treffer die Linie und ließ sich zunehmend in den Infight zwingen. Pauss siegte am Ende knapp, aber nicht unverdient. Dennoch sind Florents Trainer mit seiner Leistung absolut zufrieden.

Im Kampf Nummer sieben, gleich nach der Pause, steig Samy Pörschke für die Box-Union in den Ring. Er hatte sich für den Kampf gegen Denis Laier vom BR Westerwald viel vorgenommen und attackierte von Beginn an mit knackigen Haken und schnellen Kombinationen, dass einem vom Zusehen schwindelig wurde. Leider endete dieser Kampf bereits in der ersten Runde durch einen Lucky Punch des Westerwälders. Samy war zwar gleich wieder auf den Beinen und wollte weiter boxen, jedoch brach der Ringrichter den Kampf ab. Samy ärgerte sich sehr, doch geht im Zweifelsfall die Gesundheit der Sportler vor. Wie man Samy kennt, wird er sich nun umso intensiver in die Vorbereitung zur Rheinlandmeisterschaft stürzen, denn er ist sicher keiner, der sich von einer Niederlage beeindrucken lässt.

Ein Kampf ohne Weißenthurmer Beteiligung muss hier noch erwähnt werden, da er auf unglaublich hohem technischen Niveau stattfand. Wegen des Gewichtsunterschiedes war es lediglich ein Sparringskampf ohne Wertung, was die beiden 15-jährigen aber vergessen machten. Nadir El-Bakri vom GBG Wiesbaden und Mustafa Alizadeh von den FK Idar-Oberstein kennen Niederlagen fast nur von ihren Gegnern. Sie boten dem Publikum heute einen boxerischen Leckerbissen vom Feinsten – nichts für Freunde des sinnlosen Draufhämmerns, sondern für Genießer von Technik, Taktik und Stil.

So sehen Sieger aus: Noel Uzun (Mitte) mit seinen Trainern Serge Wunder (li.) und Michael Hoffmann (re.)

Draufhämmern, allerdings mit technischem Knowhow, gab es im letzten Kampf des Abends. Der Weißenthurmer Noel Uzun traf auf den noch unerfahrenen Ali Mohamed vom BSC Bad Neuenahr. Noel hatte die Kämpfe seiner Vereinskameraden angesehen und schien sich nun für alle und alles rächen zu wollen. Wie entfesselt ging er auf Mohamed los, der gar nicht recht wusste, wie ihm geschah. Bereits nach 20 Sekunden warf sein Trainer vernünftigerweise das Handtuch und gab damit dem Kampf auf. So gab es am Ende eines mitunter verkorksten Tages doch noch etwas zum Jubeln. Als Noel den Ring verließ, wurde er von seinen Vereinskameraden umringt, die ihn feierten, als sei er gerade Weltmeister geworden.

Das Organisationsteam, bestehend aus Florian Nickenig (Sponsorenbetreuung, Werbung, Gesamtverantwortung), Martin Friedrich (Tontechnik), Christian Nickenig (Einkauf, Ringsprecher), Serge Wunder (Abrechnung), Natalie Jonas (Einkauf, Catering) und Christina Nickenig (Kampfzusammenstellung, Presse), konnte absolut zufrieden sein mit dieser Boxgala und bekam von allen Seiten viel Lob für die gelungene Veranstaltung.

Auch das Kampfgericht unter Supervisor Dr. Thomas Reisinger bewies ein gutes Auge und die Trainer zeigten sich mit den Entscheidungen zufrieden.

Ohne die vielen Helfer an Kasse und Theke, sowie beim Auf- und Abbau wäre ein solcher Abend jedoch nicht möglich gewesen und es waren leider zu viele, um sie alle aufzuzählen. Man spürt, dass die Box-Union ein eingeschworenes Team ist und alle mit anpacken.

Bedanken möchte man sich bei allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben:

  • bei den Spendern und Sponsoren: Amigo Arkadas, Bäcker Karl, Bistro Aga, Boxfabrik Koblenz, Firma Ardagh, Lotto-Stiftung, Pizzeria Trattoria Ferrara, Reklame Heim und Steuerberater Dr. Lohner.
  • bei der Stadt Weißenthurm,
  • bei den Verantwortlichen der Schule, insbesondere Bei Hausmeister Peter Juchem,
  • bei denteilnehmenden Vereinen und
  • beim fairen und fachkundigen Publikum.

Ein besonderer Dank gilt auch den Damen der Tanzgruppe Impulz, die unsere Zuschauer während der Pause grandios unterhalten haben!

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

John Jofua (BSC Bad Neuenahr) gegen Marko Zebic (BR Westerwald)                                   WKS

Marc-Lukas Lüfting (BR Westerwald) gegen Michail Gromov (BU Weißenthurm)           WKS

Jason Zeller (BSC Bad Neuenahr) gegen Eric Braun ( BC Bendorf)                                              PS (Zeller)

Daniel Pauss (BC Bendorf) gegen Florent Qorraj (BU Weißenthurm)                                        PS (Pauss)

Efecan Atac (BSC Bad Neuenahr) gegen Koray Sirin (Sparta Aachen)                                        PS (Atac)

Eren Tan (BC Montabaur) gegen Abdulrahman Abdu (BSC Bad Neuenahr)                            PS (Abdu)

Denis Laier (BR Westerwald) gegen Samy Pörschke (BU Weißenthurm)                                  RSC 1:20 (Laier)

Sabri Altindag (Sparta Aachen) gegen Fin Wiers-Keiser (BC Kempen)                                        PS  (Wiers-Keiser)

Mustafa Alizadeh (FK Idar-Oberstein) gegen Nadir El Bakri (GBG Wiesbaden)                    WKS

Jones Mavhusa (Sparta Aachen) gegen Blerim Hamza (BSC Bad Neuenahr)                            KO  (Mavhusa)

Diallo Amadou (BSC Bad Neuenahr) gegen Fabio Büchele (BC Kempen)                                   RSC 2:00  (Büchele)

Ali Mohamed (BSC Bad Neuenahr) gegen Noel Uzun (BU Weißenthurm)                                 ABD (Uzun)

 

WKS = Wettkampfsparring ohne Wertung); PS = Punktsieg; RSC = Referee stops contest (Abbruch des Kampfes durch den Ringrichter); KO = Knockout (Abbruch des Kampfes durch einen Treffer, der einen Boxer kampfunfähig macht); ABD (Aufgabe des Kampfes durch eine Ecke, angezeigt durch Werfen eines Handtuchs in den Ring)
Der Sieger des Kampfes steht jeweils in Klammern.

 

Sieg, Unentschieden und Niederlage in Idar-Oberstein

Auch an diesem Wochenende hieß es für die Weißenthurmer Boxsportler wieder: Ring frei! Diesmal standen Mehmet Can Uzun, Noel Uzun und Samy Pörschke bei der Open-Air-Boxgala in Idar-Oberstein im Seilgeviert.

Noel gewinnt deutlich gegen starken Gerolsteiner

Bereits im zweiten Kampf des Abends stand Noel Uzun dem Gerolsteiner Benja Wagner vom BC Vulkaneifel gegenüber. Zeigten sich beide anfangs noch verhalten, ging es ab Mitte der ersten Runde zur Sache. Beide lieferten sich immer wieder hitzige Gefechte, die jedoch meist vom Weißenthurmer beherrscht wurden. Dieser konnte sich in der zweiten und dritten Runde noch steigern und gewann so verdient mit 4:1 Kampfrichterstimmen. Dennoch gab es Kritik von Trainer Serge Wunder: „Noel hat zwar gewonnen, aber er kann viel mehr. Er hat ja noch nicht einmal richtig geschwitzt heute. Wir wünschen uns, dass er sein Potential besser ausschöpft und nicht immer bloß das Nötigste zeigt, denn das führt leicht dazu, dass man einen Kampf unnötig verliert. Hoffen wir, dass er in zwei Wochen vor heimischem Publikum zeigt, was in ihm steckt.“

Mehmet erkämpft sich ein Unentschieden

Im fünften Kampf des Abends kam dann Noels älterer Bruder und die Speerspitze des Weißenthurmer Vereins, Mehmet Can Uzun, zum Einsatz. Er sah sich dem starken Leverkusener Muhamed Aba gegenüber. In Runde eins tat Mehmet sich schwer. Er wirkte langsamer als in den letzten Kämpfen, die ihm sonst eigene Lockerheit fehlte. Obschon Wirkungstreffer ausblieben, machte der Leverkusener Druck und behauptete erfolgreich die Ringmitte, zwang Mehmet immer wieder ans Ringseil. Mehmet ließ sich zwar am Seil nie stellen und drehte sich immer wieder geschickt aus der Gefahrenzone, tat sich aber mit kontern schwer. So ging diese Runde völlig zu Recht an Muhamed Aba. Nach einigen taktischen Anweisungen seines Trainers während der Rundenpause kam Mehmet in Runde zwei deutlich besser in den Kampf. Ankommende Angriffe konterte er gut ab und startete seinerseits schnelle Serien zu Kopf und Körper des Gegners. Dieser ließ sich jedoch auch nicht die Butter vom Brot nehmen und hielt ausgezeichnet dagegen. Man sah eine ausgeglichene zweite Runde, bei der es keinen Sieger geben konnte. In Runde drei konnte Mehmet sich erneut verbessern und außerdem seine hervorragende Kondition ausspielen. Nun war er es, der den Gegner dominierte und häufiger traf. So ging diese Runde an den Weißenthurmer Boxer. So lautete das offizielle Urteil dann: „Unentschieden“.
Keine Zeit zum Durchatmen, denn bereits der nächste Kampf des Abends war wieder einer mit Weißenthurmer Beteiligung. Samy Pörschke trat gegen Hamsa Malik von der TG Zeilsheim an. Samy begeisterte bereits in Runde eins mit schnellen Serien und zeigte deutlich mehr, als man ihm zugetraut hatte. Sein Gegner hatte einige Wirkungstreffer einzustecken, ließ sich davon aber so leicht nicht verunsichern. Immer wieder startete er teils wilde Angriffe, die ihr Ziel jedoch meist verfehlten, da Samy die Schläge mied und dann seinerseits angriff. Die zweite Runde schien eine Kopie der ersten zu sein. Samy dominierte beide Runden klar und deutlich und begeisterte seine Trainer durch seine Präsenz und seine Schlaghärte. Leider brachen beide Boxer in Runde drei konditionell ein, wodurch die Schläge seltener, langsamer und unpräziser wurden. Auch das Ausweichen gelang nicht mehr so gut, wodurch beide häufiger ihre Nehmerqualitäten beweisen mussten. In dieser Runde war es schwer, einen Sieger zu ermitteln. Erstaunlich jedoch das Urteil des bislang fehlerfreien Kampfgerichts: ein knapper Sieg für den Zeilsheimer Boxer. „Die Wertungen beim Boxen sind nun einmal subjektiv, es gibt nichts eindeutig Zählbares wie beispielsweise Tore beim Fußball. Nicht immer erkennt man eindeutig, ob ein Treffer ins Ziel oder bloß auf die Deckung ging, ob er Wirkung hatte oder nicht. Unsere Boxer nehmen sich solche Urteile nicht zu Herzen, denn sie wissen, was sie geleistet haben. Samy hat heute seine Bestleistung abgerufen und kann stolz auf sich sein“, so sein Trainer nach dem Kampf.
Am kommenden Wochenende gibt es für die Weißenthurmer Boxer eine Pause, denn man bereitet sich intensiv auf die anstehende Boxgala vor heimischem Publikum vor.

Erfolgreicher Saisonauftakt – Boxgala im September

Endlich wieder im Ring: nach der langen Sommerpause freuen sich die Athletinnen und Athleten der Weißenthurmer Box-Union auf zahlreiche spannende Fights in der Herbstsaison.

So sehen Sieger aus: Mehmet beim Vergleichskampf in Völklingen

Den Anfang machte Mehmet Can Uzun am vergangenen Freitag in Völklingen. Die Saarländer hatten ihn zum Vergleichskampf eingeladen. Der vorgeschlagene Gegner für Mehmet wechselte kurzfristig noch mehrfach, doch dem Weißenthurmer war das gleichgültig. Er ist bereits in der Vorbereitung auf die Rheinland-Meisterschaften Ende September und bereit, „alles zu boxen, was kommt“.

Es gelang ihm ganz hervorragend, diesen Kampfgeist in den Völklinger Boxring zu transportieren. Von Beginn an setzte er den unerfahrenen Gegner mächtig unter Druck, setzte erfolgreiche Angriffe, ohne selbst ernstlich getroffen zu werden. Wo immer sein Gegner auch hinschlug, war Mehmet schon längst wieder weg und startete sogleich beachtliche Konterkombinationen. Erst in der dritten Runde wurde der Völklinger Boxer vom Ringrichter erlöst, der den Kampf wegen der weitgehenden Wehrlosigkeit des Saarländers abbrach.

Bereits am kommenden Wochenende geht es für Mehmet und seine Vereinskamera-den weiter: die Faustkämpfer aus Idar-Oberstein veranstalten dann ihre jährliche Open-Air-Boxgala.

Geballte Frauenpower beim Frauensparringstreffen

Auch die weiblichen Weißenthurmer Athleten zeigten sich am Wochenende fleißig. Beim Frauensparringstreffen in der eigenen Halle trafen sie sich mit Boxerinnen aus Pulheim, Montabaur und Mülheim-Dümpten um sich in Trainingskämpfen zu messen, ihr Können zu testen und neue Erfahrungen zu sammeln. Und tatsächlich war ein breites Spektrum an boxerischem Können zu sehen, wagten sich doch neben erfahrenen Wettkämpferinnen auch Breitensportlerinnen und Anfängerinnen mutig ins Seilgeviert. Hier zeigten die erfahrenen Boxerinnen wahre Größe, indem sie den Neulingen mit Respekt begegneten und die Härte dem Leistungsstand des Gegenübers anpassten. So konnte eine jede etwas für sich mitnehmen.

Das waren noch Zeiten: Flo (blau) bei der ersten Boxgala 2015

Eventuell gibt es bereits bald ein Wiedersehen, denn am 07.09. findet bereits zum fünften Mal die jährliche Weißenthurmer Boxgala statt.  Dazu sind Athletinnen und Athleten von nah und fern eingeladen, um sich mit den Weißenthurmer Faustkämpfern zu messen. Auch diesmal erwartet man Anmeldungen aus ganz Deutschland, aus Luxemburg und den Niederlanden. Die Sportler der Box-Union trainieren bereits seit Jahresbeginn intensiv auf dieses Ereignis hin und hoffen, dass sie geeignete Gegner finden, um dem heimischen Publikum spannende Fights präsentieren zu können. Derzeit warten sieben Weißenthurmer Sportler auf ihren nächsten Einsatz. Man darf sich also auf viele packende Gefechte in verschiedenen Alters-, Gewichts- und Leistungsklassen freuen. Selbstverständlich stehen auch wieder mehrere Frauen-Boxkämpfe auf dem Programm, verfügt die Box-Union doch über eine äußerst engagierte Frauenabteilung.

Natürlich wird an diesem Abend auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt!

„Um den Boxsport in Weißenthurm wieder so populär zu machen, wie er einmal war und unseren Kämpfern regelmäßig die Möglichkeit zu bieten, auch zu Hause zu zeigen, was sie draufhaben, veranstalten wir jährlich einen solchen Kampfabend. Stadt und Schule unterstützen uns dabei nach Kräften, dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken. Mein Dank geht auch an die Turnerinnen vom Turnverein sowie an die Fußballer vom BSV, die an diesem Tag auf ihr Training verzichten müssen“, so der Vereinsvorsitzende Florian Nickenig. „Wir hoffen, auch noch Sponsoren und Spender gewinnen zu können, die zum Erfolg unseres Projekts beitragen möchten.“

Weitere Informationen erhalten Sie demnächst an dieser Stelle sowie im Internet unter www.boxunion.de in der Rubrik „Veranstaltungen“.

 

 

Wir nehmen Abschied…

Am vergangenen Dienstag ist unser Ringsprecher, Werner Nickenig, nach langer, schwerer Krankheit von uns gegangen. Bis zuletzt sprach er davon, bei unserer Boxgala im September noch einmal das Ansagen der Boxer zu übernehmen. Leider war dieses Ziel für ihn nicht mehr erreichbar. Trotz jahrelangen Kämpfens hat der Krebs ihn schließlich besiegt.

Mit vielen unserer Vereinsmitglieder war er verwandt, so dass wir nicht nur einen Unterstützer am Ring, sondern vor allem einen liebevollen Vater, Schwiegervater, Opa und Onkel verloren haben.  Er hinterlässt eine große Lücke und wir können immer noch nicht fassen, dass er nun nicht mehr unter uns ist.

Werner wird am Donnerstag, den 22.08. um 14 Uhr in Weißenthurm beigesetzt.

Die Boxfabrik

Mit der Boxfabrik hat am 01.07. in Koblenz (Wallersheimer Weg 64) ein Fitnessstudio der besonderen Art eröffnet. Inhaber ist Yildiray Uzun, dessen Söhne für die Box-Union Wettkämpfe bestreiten.
Neben klassischen Trainingsgeräten finden sich in der Boxfabrik einige Geräte aus dem Crossfitbereich, sowie ein Boxring, Sandsäcke, Maisbirne und Speedball. Derzeit gibt es zweimal die Woche Boxkurse (Dienstags und Donnerstags), wobei das Kursangebot ausgebaut werden soll.  Momentan trainieren Jugendliche und Erwachsene noch gemeinsam, später wird es jeweils eigene Kurse geben. Auch ein Frauenboxtraining wird dann nicht fehlen. Zudem könnt Ihr bald auch den Personaltrainer Chris in Anspruch nehmen, der mit Euch ein Functional Training ganz nach Euren Bedürfnissen durchführt.

Die Kurse finden werktäglich zwischen 17 und 21 Uhr statt. In dieser Zeit ist das Studio geöffnet. Mitglieder, die darüber hinaus trainieren möchten, erhalten auf Nachfrage einenTransponder, mit dem sie jederzeit Zugang zur Trainingshalle erhalten.  Derzeit befindet sich das Gym noch im Aufbau. Für Euch ergibt sch daraus die Chance, bei zeitiger Anmeldung von vergünstigten Mitgliedsbeiträgen zu profitieren. Bei Anmeldung bis 31.08.2019 beträgt der Mitgliedsbeitrag 25 €. Meldet Ihr Euch ab 01.09.2019 an, zahlt Ihr 32,50 €. Hinzu kommt eine einmalige Anmeldegebühr von 15 € sowie, wenn gewünscht, eine einmalige Gebühr für den Transponder von 12,50 €. Zudem entstehen ggf. zusätzliche Kosten für das Personaltraining, sofern Ihr das in Anspruch nehmen wollt.

Derzeit gibt es noch keinen Internetauftritt der Boxfabrik. Bei Interesse meldet Euch über das Kontaktformular; wir leiten Euer Anliegen dann umgehend weiter.

Warum werben wir für die Boxfabrik? Wir werben für die Boxfabrik,

…weil uns das Gym richtig gut gefällt,

…weil wir das Gym für unsere Wettkämpfer nutzen dürfen, wenn während der Wettkampfphase unsere eigene Halle gesperrt ist oder die Sportler zusätzliche Einheiten benötigen,

…weil Uzuns prima Leute sind!

 

Mischka ist Saarlandmeister – Mehmet mit erstem KO-Sieg

Zurück auf der Siegesstraße: An den vergangenen beiden Wochenenden gab es für die Weißenthurmer Box-Union einiges zu feiern.

Noel, Mischka und Samy präsentieren Urkunden und Medaillen

Den Anfang machte der jüngste aus dem Weißenthurmer Kader. Michail Gromov trat in seinem ersten Kampf bei den offenen Saarlandmeisterschaften in Völklingen an. Dort stand ihm der ebenfalls 12-jährige Völklinger Boxer Mohammad Al-Baghdadi gegenüber. Dieser hatte die Halle hinter sich und wurde beim Gang in den Ring von den Seinen angefeuert was das Zeug hielt. Michail ließ sich davon nicht beeindrucken. Hochkonzentriert betrat er das Seilgeviert. Und dann ging alles ganz schnell: Nachdem der Ringrichter den Kampf eröffnet hatte, traktierte Michail seinen Gegner mit Schlägen, deckte den jungen Boxer Mohammad dermaßen mit schnellen Serien ein, dass dieser gar nicht wusste, wie ihm geschah. Nach nur 19 Sekunden warf der Völklinger Training das Handtuch, um seinen Schützling zu erlösen.

Michail verließ strahlend das Seilgeviert und auch sein Trainer Serge Wunder zeigte sich zu Recht stolz auf die Leistung des jungen Talents: „Wenn er weiter so hart arbeitet, kann er es als Boxer weit bringen. Wir haben bereits weiter mit ihm geplant, möchten aber noch nicht zu viel verraten.“

Beachtlich an diesem Wochenende waren auch die Leistungen der anderen beiden Weißenthurmer Boxer, die zu den Meisterschaften nach Völklingen gereist waren: Samy Pörschke und Noel Uzun kehrten immerhin als Vize-Saarlandmeister zurück. Kurios: Mehmet Can Uzun ließ man aufgrund seiner Überlegenheit, die man aus seiner Kampfstatistik herauslas, gar nicht erst antreten.

Sieg durch KO in Runde 2 für Mehmet

Mehmet focht das aber nicht an. Nachdem er umsonst nach Völklingen gereist war, konzentrierte er sich gleich auf das nächste Turnier, das praktischerweise direkt vor der Haustür stattfand. Der Boxclub Bendorf hatte zum Charity-Boxen ins Fitnessstudio Medicon in Neuwied eingeladen, dessen Erlös an das Neuwieder Tierheim fließen wird.

Über 30 Kämpfe standen an diesem Tag auf dem Programm. Die Stimmung in der Halle war gut und einige Vereinskameraden waren mitgekommen, um Mehmet zu unterstützen.

Sein heutiger Gegner war ein „alter Bekannter“, Luca Milhausen vom BKV Dortmund. Beide waren bereits Anfang 2017 in Weißenthurm aufeinandergetroffen, wo sie nach einer wahren Ringschlacht mit einem Unentschieden auseinander gingen. So war noch eine Rechnung offen und beide wollten den heutigen Kampf unbedingt für sich entscheiden. Nachdem Mehmet zuletzt für technisch hochklassiges Boxen von den Kampfrichtern abgestraft worden war, hatte man kurzerhand die Strategie geändert. „Durch die Annäherung des olympischen Boxsports an das sogenannte Profiboxen wird von den Kampfrichtern mehr Aggression gefordert. Das boxunkundige Publikum möchte offenbar mehr Blut sehen. Saubere Technik tritt in den Hintergrund. In der Vergangenheit haben wir viele Kämpfe gesehen, in denen der bessere Boxer verlor und man dem Kneipenschläger den Sieg zugesprochen hat. Wir bedauern diese Entwicklung sehr, sehen uns aber gezwungen, uns dem ein Stück weit anzupassen. Daher der Strategiewechsel für Mehmet“, erklärte seine Co-Trainerin.

Und so sah man Mehmet von Anfang an im Vorwärtsgang. Kein klassisches Konterboxen mehr, sondern aggressives Dauerfeuer. Der Dortmunder kam damit, wie erwartet, gut zurecht, und so war die erste Runde ausgeglichen. Mehmet wollte es aber allen zeigen und auf Nummer Sicher gehen. So startete er in der zweiten Runde durch, machte Druck auf seinen Gegner und schickte ihn schließlich mit einem rechten Kopfhaken auf die Bretter. Erfreulicherweise nahm der arme Luca nicht ernsthaft Schaden und stand gleich wieder auf. Er war jedoch noch etwas benommen, so dass der Kampf abgebrochen werden musste. Mehmet verließ den Ring mit dem ersten KO-Sieg in seiner Karriere, die nun immerhin 30 Kämpfe zählt.

Am kommenden Samstag werden die Weißenthurmer wieder im Ring stehen. Diesmal geht es in die Peter-Häring-Halle in Urmitz. Wer die Weißenthurmer in Aktion sehen möchte, kann sich am 01.06. um 13.00 (U15 und U17) oder um 17.00 Uhr (Eliteboxer) dort einfinden.